Stand: 01.11.2026 · 5 Min. Lesezeit

Lebenslauf-Abo kündigen: Widerruf, Kündigung und Geld zurück

Viele Lebenslauf-Generatoren arbeiten mit einem günstigen Einstieg: Der erste Download kostet nur ein bis drei Euro, danach läuft ein Abo, das alle vier Wochen oder monatlich abbucht. Wer das beim Bezahlen übersehen hat, merkt es oft erst auf dem Kontoauszug.

Das ist ärgerlich, aber meistens schnell zu lösen. In diesem Ratgeber gehen wir der Reihe nach durch, was du jetzt tust: kündigen, Widerruf prüfen, Abbuchungen stoppen und, wenn nötig, Geld zurückholen. Am Ende findest du ein Musterschreiben, das du nur noch ausfüllen musst.

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Erst kündigen, dann alles andere

Egal, ob du später noch widerrufen oder Geld zurückfordern willst: Die Kündigung ist der erste Schritt, denn sie verhindert die nächste Abbuchung. Seit dem 1. Juli 2022 müssen Anbieter, die Abos online verkaufen, einen gut sichtbaren Kündigungsbutton auf ihrer Website haben (§ 312k BGB). Du musst also keinen Brief schreiben und kein Kundenkonto durchsuchen, um zu kündigen.

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    Kündigungsbutton suchen

    Meist steht er in der Fußzeile der Website („Abonnement kündigen“, „Verträge hier kündigen“) oder im Kundenkonto unter Einstellungen, Konto oder Abonnement.

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    Daten eingeben

    Gefragt werden in der Regel deine E-Mail-Adresse und manchmal eine Kunden- oder Kontonummer. Die steht in der Bestätigungsmail, die du nach dem Bezahlen bekommen hast.

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    „Zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ wählen

    Wenn du nach einem Datum gefragt wirst, nimm den nächstmöglichen Termin. Dann endet das Abo vor der nächsten Abbuchung, sofern die Frist noch nicht abgelaufen ist.

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    Bestätigung sichern

    Mach einen Screenshot der Bestätigungsseite und heb die Bestätigungsmail auf. Kommt keine Mail, kündige zusätzlich per E-Mail an den Kundendienst und hebe die gesendete Nachricht auf.

Kein Konto mehr, Passwort vergessen?

Der Kündigungsbutton muss auch ohne Anmeldung funktionieren. Du brauchst nur Angaben, mit denen der Anbieter dich eindeutig zuordnen kann, meist die E-Mail-Adresse, mit der du bezahlt hast.

Widerruf: innerhalb von 14 Tagen oft noch möglich

Eine Kündigung wirkt nur für die Zukunft. Bereits abgebuchtes Geld bekommst du damit nicht zurück. Anders beim Widerruf: Bei Verträgen, die du online abschließt, hast du als Verbraucher in der Regel 14 Tage Zeit, ohne Begründung zu widerrufen (§ 355 BGB). Dann wird der Vertrag rückabgewickelt.

Bei digitalen Leistungen gibt es eine Ausnahme: Hast du beim Bezahlen ausdrücklich zugestimmt, dass der Anbieter sofort loslegt, und bestätigt, dass du dadurch dein Widerrufsrecht verlierst, kann es vorzeitig erloschen sein (§ 356 Abs. 4 und 5 BGB). Ob du so ein Häkchen gesetzt hast, siehst du in der Bestellbestätigung. Widerrufe trotzdem, wenn du unsicher bist. Schaden kann es nicht.

Seit dem 19. Juni 2026 müssen Online-Händler und Online-Dienste zusätzlich eine Widerrufsfunktion anbieten, also einen Button, über den du den Widerruf direkt auf der Website erklärst. Gibt es den nicht, reicht eine E-Mail, aus der klar hervorgeht, dass du den Vertrag widerrufst.

Wenn der Preis nicht klar genannt wurde

Für kostenpflichtige Online-Bestellungen gilt die sogenannte Button-Lösung (§ 312j Abs. 3 BGB). Der Bestellknopf muss eindeutig sagen, dass du zahlst, etwa „zahlungspflichtig bestellen“. Und direkt davor müssen Gesamtpreis, Laufzeit und die wiederkehrenden Kosten gut sichtbar stehen. Steht der Abo-Preis nur klein im Fließtext oder weit unten auf der Seite, ist fraglich, ob überhaupt ein wirksamer Abo-Vertrag zustande gekommen ist.

Die Verbraucherzentralen raten in solchen Fällen, den Vertrag vorsorglich zu widerrufen und anzufechten und nicht weiter zu zahlen. Dafür ist auch das Musterschreiben unten gedacht. Wenn der Anbieter mit Inkasso droht, lohnt sich eine Beratung bei der Verbraucherzentrale in deinem Bundesland.

Abbuchungen stoppen und Geld zurückholen

Wie du an dein Geld kommst, hängt davon ab, wie du bezahlt hast.

Lastschrift (SEPA)

Eine Lastschrift kannst du innerhalb von acht Wochen ohne Begründung über dein Onlinebanking oder deine Bank zurückgeben. Hast du der Abbuchung nie zugestimmt, sind es bis zu 13 Monate.

Kreditkarte

Ruf deine Bank an und frag nach einer Rückbelastung (Chargeback). Nenn den Anbieter, das Datum und dass du gekündigt oder widerrufen hast. Die Kündigungsbestätigung hilft dabei.

PayPal

In PayPal unter Einstellungen, Zahlungen, „Automatische Zahlungen verwalten“ kannst du die Zahlungserlaubnis für den Anbieter beenden. Für bereits gezahlte Beträge kannst du im PayPal-Konfliktlösungszentrum einen Fall eröffnen.

Wichtig

Die Rückbuchung beendet das Abo nicht. Kündige also trotzdem, sonst stellt der Anbieter die nächste Rechnung oder schickt eine Mahnung.

Musterschreiben: Kündigung, Widerruf und Anfechtung

Dieses Schreiben deckt alle Fälle ab. Schick es per E-Mail an den Kundendienst des Anbieters und heb die gesendete Nachricht auf. Die Angaben in eckigen Klammern ersetzt du durch deine eigenen. Das Schreiben und dieser Ratgeber sind eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Betreff: Kündigung, Widerruf und Anfechtung – Kundenkonto [E-Mail-Adresse]

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich mein Abonnement, das unter der E-Mail-Adresse [E-Mail-Adresse] geführt wird, zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Vorsorglich widerrufe ich den am [Datum] geschlossenen Vertrag. Hilfsweise fechte ich ihn an, weil die wiederkehrenden Kosten vor der Bestellung nicht klar erkennbar waren.

Bitte erstatten Sie mir die abgebuchten Beträge von insgesamt [Betrag] € innerhalb von 14 Tagen und bestätigen Sie mir die Beendigung des Vertrags schriftlich.

Einer weiteren Abbuchung widerspreche ich.

Mit freundlichen Grüßen

[Vor- und Nachname]

So vermeidest du das beim nächsten Mal

  • Vor dem Bezahlen den Betrag suchen, der nach dem Probezeitraum fällig wird, und den Abstand der Abbuchungen
  • Den Kündigungstermin sofort in den Kalender eintragen, zwei Tage vor Ende des Probezeitraums
  • Lieber einmal mehr bezahlen als ein Abo abschließen, wenn du nur eine Bewerbung brauchst
  • Darauf achten, ob du eine Word-Datei bekommst. Die kannst du später selbst ändern, ohne erneut zu zahlen

Mehr dazu, woran du faire Angebote erkennst und wie du einen Lebenslauf ganz ohne Kosten erstellst, steht auf unserer Seite Lebenslauf ohne Abo. Bei fairbewerben.de zahlst du übrigens einmal 2,99 € für Lebenslauf und Anschreiben zu einer Stelle, und es gibt nichts zu kündigen.

Häufige Fragen

Bekomme ich mein Geld zurück, wenn ich kündige?

Durch die Kündigung allein nicht, sie gilt nur für die Zukunft. Geld zurück bekommst du über den Widerruf innerhalb von 14 Tagen, über eine Anfechtung, wenn der Preis nicht klar genannt war, oder über die Rückbuchung bei deiner Bank.

Muss ich per Brief oder Fax kündigen?

Nein. Für online abgeschlossene Abos gibt es den Kündigungsbutton auf der Website. Eine E-Mail an den Kundendienst ist zusätzlich sinnvoll, damit du einen Nachweis hast.

Ich habe nur einmal 1,95 € bezahlt. Habe ich überhaupt ein Abo?

Schau in die Bestätigungsmail nach dem Bezahlen. Steht dort ein Probezeitraum, ein Folgepreis oder „verlängert sich automatisch“, hast du ein Abo. Im Zweifel kündigst du vorsorglich, das kostet nichts.

Der Anbieter droht mit Inkasso. Was tun?

Nicht einschüchtern lassen und nicht ungeprüft zahlen. Widersprich der Forderung schriftlich, verweise auf deine Kündigung und deinen Widerruf und lass dich bei der Verbraucherzentrale beraten.

Weiterlesen

Alle Artikel findest du in der Übersicht des Bewerbungsratgebers.

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